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Kurz notiert …

In den ZB-Kurzmeldungen lesen Sie die relevanten, aktuellen Themen zum Thema Inklusion und Teilhabe im Beruf.

Neues Gesetz zur Förderung des inklusiven Arbeitsmarkts

Im Juni 2023 wurde das neue Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts verabschiedet, das nun vollumfänglich in Kraft trat, teilweise sind Regelungen jedoch schon am Tag der Verkündung in Kraft getreten (z.B. Jobcoaching) oder am 1.7.2023 (z.B. Artikel 13). Der Gesetzestext ist bereits jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das Gesetz umfasst neben der Einführung eines vierten Staffelbetrags bei der Ausgleichsausgabe für Betriebe, die keinen Menschen mit Behinderungen beschäftigen, auch eine Neuausrichtung des Sachverständigenbeirats Versorgungsmedizin. Darüber hinaus sind höhere Lohnkostenzuschüsse beim Budget für Arbeit vorgesehen. Außerdem können die Reha-Träger die Kosten eines Jobcoachings übernehmen.

Unterwegs mit Behinderung: ÖPNV im Test

Wie barrierefrei sind Bus und Bahn? Dieser Frage geht der „Bahntest 2023/24“ des VCD Verkehrsclubs Deutschland e. V. nach. Die Broschüre fasst auf 56 Seiten zusammen, auf welche Barrieren Menschen mit Behinderungen treffen, wenn sie mit dem ÖPNV unterwegs sind. Thematisiert werden Mobilitätseinschränkungen in allen Bereichen: vom Zugang zu Reiseinformationen über den Weg zum Bahnhof bis zu Bordsteinkanten an Haltestellen und Bahnsteighöhen sowie die Ausstattung der Fahrzeuge. Den Bahntest 2023/24 gibt es auf der Homepage des VCD kostenlos als Download.

Jobbörse für Menschen mit Behinderungen

myAbility.jobs ist die größte barrierefreie Jobbörse in Deutschland, die sich direkt an Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen richtet. Darauf sind Stellen von Unternehmen zu finden, die Menschen mit Behinderungen gezielt ansprechen und Inklusion im eigenen Betrieb vorantreiben möchten. myAbility berät Personalverantwortliche, wie man den Recruiting-Prozess oder das Jobinserat inklusiver gestalten kann. Vermittelnde Organisationen können einen Jobverteiler abonnieren –  so landen aktuelle Jobs aus der Region regelmäßig direkt im Postfach.

Umfrage: Berufschancen für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung

Eine verbesserte Teilhabe taubblinder und hörsehbehinderter Menschen am Arbeitsleben hat das Projekt EMPLOY zum Ziel. Eine Online-Umfrage soll unterschiedliche Personengruppen in die Projektprozesse einbinden: die hörsehbehinderten und taubblinden Menschen selbst, die Personen in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld sowie Fachkräfte der Rehaträger und Fachdienste. Die Teilnahme an der Umfrage ist in deutscher Gebärdensprache sowie schriftsprachlich möglich. Das Projekt wird gefördert von der Uni Köln und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

GKV-Hilfsmittelverzeichnis erweitert

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat das systematisch strukturierte Hilfs- und Pflegemittelverzeichnis (HMV) überarbeitet. Fast 3.000 neue Hilfsmittel sind hinzugekommen. Dazu gehören unter anderem digitale Assistenzsysteme sowie Mobilitätshilfen, zum Beispiel ein neuer orthopädischer Roller. Das vollständige Hilfsmittelverzeichnis hat der GKV-Spitzenverband auf seiner Homepage veröffentlicht. Die Übersicht stellt sicher, dass gesetzlich Krankenversicherte nicht durch ungerechtfertigte Mehrkosten belastet werden.

Plattform für barrierefreie Wohnungen

Unter adira.de betreibt der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. die erste und einzige barrierefreie Internetplattform für barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnraum. Ihre Besonderheit: Alle auf adira.de eingestellten Wohnungen werden direkt bei der Veröffentlichung systemseitig auf ihre Barrierefreiheit sowie Rollstuhlgerechtigkeit geprüft. Das bundesweite Angebot ist kostenfrei – egal, ob jemand eine Wohnung sucht oder Wohnraum anbietet. Das Projekt wird unterstützt von der Stiftung Aktion Mensch und anderen Partnern.

Mehr Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Die Zahl der Arbeitssuchenden mit Schwerbehinderung steigt. So waren im Mai 2023 über 1.500 mehr Menschen mit Schwerbehinderung bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet als im Mai des Vorjahres. Nicht mitgerechnet sind dabei über 300.000 Menschen mit Behinderungen, die in Werkstätten unter Mindestlohn und kaum Aussichten auf Vermittlung arbeiten. Das Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes sieht eine höhere Ausgleichsabgabe für Betriebe vor, die keine Menschen mit Behinderungen beschäftigen.

„Spielen oder nicht Spielen“

Der Dokumentarfilm über zwei Schauspielerinnen mit Behinderung und ihre Anfänge auf der deutschen Theaterbühne dokumentiert die Herausforderungen und Konflikte, Hindernisse und Erfolge von Lucy und Yulia zu Beginn ihrer Karriere. Nach vielbeachteten Auftritten in der freien Theaterszene wird Lucy ins Ensemble der Münchener Kammerspiele aufgenommen. Lucy hat Cerebralparese und sitzt im Rollstuhl. Sie muss sich an den intensiven Alltag des Theaterlebens gewöhnen, aber auch das Theater verpflichtet sich, alte wie auch gewohnte Abläufe dem neuen Ensemblemitglied anzupassen. Yulia ist eine junge Frau mit einer Beinprothese. Sie spricht bei der ersten Schauspielausbildung für Menschen mit Behinderung an den Wuppertaler Bühnen vor. Nach mehreren Absagen von Schauspielschulen wurde sie schließlich aufgenommen. Der Film dokumentiert ihr erstes Ausbildungsjahr. Kim Münster und Sebastian Bergfeld zeigen in ihrem Dokumentarfilm, dass Inklusion am Theater möglich und nötig ist. Hier geht es zum Trailer.

Studie MEHRWIRKUNG: Inklusion ist sozial nachhaltig

Dass Inklusionsunternehmen einen nachweisbaren gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, ist das Ergebnis der „Studie MEHRWIRKUNG. Wirkung zeigen für eine inklusive Zukunft“. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsfirmen (bag-if) hat den Bericht nun veröffentlicht.

Untersucht wurden zum einen Aspekte der menschenwürdigen Arbeit wie Gesundheit und Wohlergehen, gute Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, soziale Einbindung und gleichberechtigte Teilhabe. Zum anderen wurden die Wirtschaftlichkeit der Inklusionsbetriebe und deren Beitrag zur Entlastung der Sozialsysteme in Zusammenarbeit mit der Concern GmbH und der Universität Bayreuth ermittelt. Beurteilungsgrundlage sind die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, kurz SDG (englisch: sustainable development goals) sowie der geplanten Sozialtaxonomie der Europäischen Kommission.

Studie MEHRWIRKUNG: Inklusion ist sozial nachhaltig | BIH

Orientierung im Gesetzesdschungel

Der aktuelle Ratgeber der Bundesvereinigung Lebenshilfe „Recht auf Teilhabe“ liegt vor. Die 520 Seiten umfassende, überarbeitete und erweiterte Neuauflage mit Rechtsstand 1.1.2023 enthält Informationen zu allen wichtigen sozialen Leistungen, die Menschen mit Behinderung zustehen. Den bewährten Wegweiser durch den Gesetzesdschungel können Sie kostenfrei von der Homepage der Lebenshilfe herunterladen. Es gibt ihn außerdem zu 34,50 Euro plus Versandkosten als Buch zu bestellen: im Online-Shop oder telefonisch unter 06421 / 491-123.

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