Behinderung

Menschen mit Behinderung haben laut der gesetzlichen Definition körperliche, psychische, kognitive oder Sinnes­beeinträch­tigungen, die sie an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern – und zwar länger als sechs Monate. Von Beeinträchtigung spricht der Gesetzgeber, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Der Begriff orientiert sich an der UN-Behindertenrechtskonvention (siehe unten). Die meisten Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben - lediglich rund drei Prozent aller Behinderungen sind angeboren (siehe Grafik). Für die Anerkennung einer Behinderung sind in Deutschland die Versorgungsverwaltungen und die Arbeitsagenturen zuständig.

UN-Behindertenrechtskonvention
Mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde der Begriff der Behinderung weiterentwickelt: Gemäß dem Leitmotiv „Wir sind nicht behindert, sondern werden behindert“ stellt die Definition die gesellschaftlichen Barrieren stärker in den Fokus. In Artikel 1 und der Präambel der UN-BRK heißt es: „Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“ Gemeint sind einstellungs- und umweltbedingte Barrieren. Die UN-BRK wurde von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert.

Chronische Krankheiten
Eingeschlossen in den Begriff der Behinderung sind auch länger andauernde Erkrankungen und chronische Krankheiten mit episodischem Verlauf, beispielsweise Rheuma, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Allergien.